om13 - release18

openmind #om13
Challenge accepted.

Referenten
ennomane
Programm
Tag Sonntag - 2013-08-25
Raum Raum 2
Beginn 10:00
Dauer 01:00
Info
ID 211
Veranstaltungstyp Vortrag
Track futurism
Sprache der Veranstaltung deutsch

The step into Cyborgism

Die ersten echten Cyborgs sind da

Die ersten echten Cyborgs sind unter uns - Menschen, die ihre Fähigkeiten und Sinne mit Implantaten oder technischen Geräten erweitern, die sie als Teil ihres Körpers empfinden. Das zieht einen Rattenschwanz an technischen, gesellschaftlichen und ethischen Fragestellungen nach sich.

Träger von Cochea-Implantaten speisen ein elektroakustisches Signal unter Umgehung des Ohres direkt in den Hörnerv. Oskar Pistorius läuft mit seinen Blades schneller als die meisten Menschen. Der farbenblinde Neil Harbisson, Gründer der Cyborg Foundation in Barcelona, trägt ständig ein Gerät, mit dem er Farben hören kann - auch Ultraviolett und Infrarot. Cyborgs kompensieren nicht nur Behinderungen, sie erweitern ihre Sinne und entwickeln neue Fähigkeiten.

Die ersten Cyborgs sind also da. Das schürt Ängste und wirft weitreichende ethische und gesellschaftliche Fragen auf, was man beispielhaft auch am Streit um Google Glasses ablesen kann - Fragen, die bisher fast nur in der Science Fiction behandelt wurden. Kliniken, Hersteller und Ethikräte sperren sich dagegen, die Implantate mit zusätzlichen Fähigkeiten auszustatten. Also müssen wir sie hacken oder gleich selber bauen. Der öffentliche Diskurs um Cyborgism muss geführt werden. Cyborgs brauchen Zugang zu Hardware, Software, Handbüchern und Bauplänen. Für Hacker tut sich eine riesige neue Spielwiese auf. Dafür brauchen wir einen neuen Aktivismus/Hacktivism.

Der Beitrag stellt real existierende Cyborgs und ihre Technik vor und geht auf den aktuellen Diskurs bis hin zu Cyborg Rights und dem Cyborg-Manifest ein. Am Schluss skizziere ich meine Pläne für eine möglichst noch dieses Jahr zu gründende "German Cyborg Society" (vorläufiger Name) und rufe interessierte Hacker auf, an der Gründung mitzuwirken.