om12 - 4.0

openmind #om12
Try. Something. New.

Referenten
SeeroiberJenny
Victor
Programm
Tag Tag 1 - 2012-09-22
Raum Raum 2
Beginn 15:30
Dauer 01:00
Info
ID 140
Veranstaltungstyp Sonstiges
Track General
Sprache der Veranstaltung deutsch
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Harte Stadt, flüssige Stadt

Gesellschaftliches Eigentum und individuelle Nutzungsrechte

In dem Vortrag „Harte Stadt, flüssige Stadt“ werden wir versuchen eine andere Sichtweise auf die moderne Stadtentwicklung zu werfen. Der Umgang mit und die Bedeutung von öffentlichem Eigentum, sowie die daran gekoppelten Mitgestaltungsmöglichkeiten der Bevölkerung werden hierbei einen besondere Rolle spielen. Unter den veränderten Bedingungen der Kommunikation durch die Digitalisierung, scheint eine direkte Beteiligung der Bevölkerung an der Gestaltung und Planung des öffentlichen Raums möglich, unter demokratischen Gesichtspunkten vielleicht sogar notwendig. Die starren territorialen Verwaltungsgrenzen und der zunehmende Ausverkauf des öffentlichen Raums entsprechen nicht den Bedürfnissen der Bevölkerung und erscheinen zunehmend als veraltete Strategien der Stadtentwicklungspolitik. Bei zunehmender Ressourcen- und Raumknappheit erscheinen flexible Nutzungsrechte wichtiger als definitive Eigentumsansprüche. Eine Stadt wie Berlin hat gezeigt welche positiven Auswirkung eine flexible und temporäre Nutzung von Freiflächen und ungenutzten Gebäuden haben kann. Die besondere Eigentümlichkeit der Freiflächen und leer stehenden Gebäude in Berlin besteht darin, dass die Bevölkerungsgruppen, welche klassicherweise über kein eigenes Eigentum verfügen, durch die historischen Bedingungen der Stadt, in den Stand versetzt wurden, Gebäude und Freiflächen nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Und das beinah umsonst. Dies wurde durch die Vergabe von günstigen Nutzungsrechten ermöglicht. Diese Erfahrungen zeigen ,was für ein Gestaltungspotential in Städten vorhanden ist und an welchem Gut es den Menschen mangelt: An Freiraum und der Möglichkeit ,diesen selbst gestalten zu können. Im Vortrag werden wir versuchen ,ein geeignetes Verfahren zu skizzieren, welches ermöglicht das Prinzip temporärer Nutzung, als dauerhaftes Partizipationskonzept, zu etablieren. Großprojekte sollen dabei ebenso einbezogen werden, wie die nachbarschaftliche Nutzung von Brachflächen. Das Verfahren soll durch einfache Mittel die Menschen in die Lage versetzen, den öffentlichen Raum nach ihren Bedürfnissen fortwährend und flexibel zu gestalten und gleichzeitig für eine ausgeglichene Verteilung der Nutzungsrechte sorgen, mit welcher wiederum eine wesentlich höhere Legitimität in der Verwaltung des öffentlichen Eigentums erreicht werden soll. Es geht also um nicht weniger, als um die Legitimation von Eigentumsverhältnissen und der demokratischen Vergabe von Nutzungsrechten. Dieser Vortrag soll ein anderes Verständnis von Architektur und urbanem Zusammenleben verdeutlichen und das Verhältnis zwischen Eigentum und Legitimation neu bestimmen.