om12 - 4.0

openmind #om12
Try. Something. New.

Referenten
CaeVye
Elle Nerdinger
Programm
Tag Tag 1 - 2012-09-22
Raum Raum 1
Beginn 17:00
Dauer 01:00
Info
ID 116
Veranstaltungstyp Vortrag
Track General
Sprache der Veranstaltung deutsch
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Hier da wer ich?

Namens- und Identitätskonzepte im 21. Jahrhundert von CaeVye und forschungstorte

Der Vortrag befasst sich in fünf Teilen mit verschiedenen Aspekten der Identitätsfindung und -definition des Menschen.

  1. Namenskonzepte einfach und übersichtlich erklärt: Was ist der Unterschied zwischen einem Pseudonym und einem Autonym und was ist überhaupt Anonymität?
  2. Identifizierung und Benennung eines Individuum infolge einer Zuschreibung zu einer größeren Gruppe. Beispiel: Streit um die Bezeichnung "Piratin"
  3. Soziale Marker und Namen: Wenn Kevin plötzlich Marcus heissen kann, verschwinden dann auch die Stigmata von Bildungsferne und "Proletariat"?
  4. Namen und Rollenexperimente: Aus der Rolle fallen und aus der Haut fahren

Hier da wer ich? Namens- und Identitätskonzepte im 21. Jahrhundert CaeVye und forschungstorte Abstract für einen Vortrag bei der Openmind 12 Spätestens seit den so genannten "Nymwars"(Namenskriege) auf Google+ im Sommer 2011 ist die Diskussion um Namen und Identitäten in vollem Gange. Zur Sigint 2012 hat Tante bereits einen sehr guten Beitrag zum Thema Namenskonzepte geleistet, dieser Vortrag möchte in die theoretische Tiefe gehen und erläutern warum im Zeitalter des Internets die Identität selbst zum Politikum geworden ist. Der große Überbau ist der Gedanke an die Selbst- und Fremddefinition einer Person bzw. Personengruppe. Entwicklung von Thesen betreffend der Ursache der Negativwahrnehmung insbesonders seitens bürgerlich-konservativer Kreise:) Selbstpräsentation und Fremdeinschätzung im Offline-Alltag und im Internet.

  1. Namenskonzepte
  2. 1 Namenskonzepte aufgerollt: Welches "Nym“ steht für welches Konzept einer Identität und Wahrnehmung?
  3. 2 Kurze Auseinandersetzung mit der Anonymität in Diskursen. Hinderlich oder nützlich? Auch das Konzept der Anonymitätskompetenz bezüglich immer wieder kehrender Diskussionen zu Trollen und Beschimpfungen online (ïsharegossipünd andere dunkle Seiten der Anonymität im Kontrast zur Möglichkeit zur freien Meinungsentfaltung mit Möglichkeiten zu Experimenten ohne gesellschaftliche Sanktionen fürchten zu müssen.) Wie lernt man mit Anonymität umzugehen, sie sinnvoll zu nutzen und auch eine Anonymitätsetikette zu entwickeln: Verantwortung in der Anonymität als eine Tugend des 21. Jahrhundert.
  4. Die Meta-Identitätenfrage und das Meta-Autonym Wie bezeichne ich mich selbst als Teil einer Gruppe? Beispiel: Pirat oder Piratin oder Eichhörnchen für die Selbstbezeichnung eines Mitglieds der Piratenpartei
  5. Der Name der Rose: Wer benennt hier wen? Autonymität auf der Ebene des Individuums: Ein Teil des Reifungsprozesses eines Menschen oder ein Privileg für gebildete, zickige Menschen die den gegebenen Namen im Pass ablehnen? Das deutsche Namensrecht ist im Gegensatz zum britischen Namensrecht etwa sehr restriktiv. Ein deutscher Staatsbürger "besitztßeinen Namen nicht, sondern muss via Permission vom Amt, teilweise mit Gutachten eines Psychologen als Hürde, ändern. Dies wirft die Frage nach Namenssouveränität auf.
  6. Aus Kevin wird Markus Namen sind soziale Marker, vor allem in einem namensrechtlich restriktiven Land wie Deutschland, in dem ein Name nicht leicht abänderbar ist und teilweise vom Gutdünken der Zuständigen auf dem Amt abhängt. Namensouveränität kann hier eine Möglichkeit zum Abbau von soziallen Barrieren herstellen imSinne der Plattformneutralität.

  7. Namen und Rollenexperimente: Aus der Rolle fallen und aus der Haut fahren In den 90ern war – wenn man vom deutschen Usenet absieht – die Verwendung von Pseudonymen weit verbreitet und selbstverständlich: Mit den wechselnden Themensphären im Internet (Elternteil, Festival-Fan, Hobbyforum) wechselte selbstverständlich die „Kennung“ und damit die Zuordenbarkeit: Eine virtuelle Privatsphäre wurde möglich: „Es geht keinen etwas an, ob ich in meiner Freizeit Aktmalerei als Hobby habe oder nicht.“ Darüber hinaus fand aber auch ein Spiel mit Geschlechterrollen und sozialen Rollen statt: Obwohl es den Teilnehmern in der Regel klar war, dass ein Name nichts über die Person sagen muss, wurde die Benennung als „Selbstdarstellung“ akzeptiert: Frau, Mann, Fabelwesen, Bildungsgrad. Männer mit Frauennamen, Frauen mit Männernamen – und die Erfahrung, dass der Name Auswirkungen auf die Umgangsart und den Diskussionsverlauf haben kann. Namenskonzepte im Internet: Eine Person, ein Name oder eine Person, viele soziale Rollen? Zwischen Totalüberwachung und Fragmentierung.